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Laudatio: Computer sind per definitionem Maschinen zur Manipulation von Daten. Die Ankündigung der Bundesregierung, zukünftig Wahlcomputer benützen zu wollen, hat daher die Proteste aller Computerspezialisten hervorgerufen. Und Andreas Eschbach dazu bewogen, einen fulminanten Roman als eindringliche Warnung zu schreiben, dass mit dem Einsatz von Wahlcomputern eine Nachvollziehbarkeit der Wahl nicht mehr gewährleistet ist. In logischen kleinen Schritten führt Andreas Eschbach seine Geschichte zu einem absurden Resultat, und macht damit seine Warnung vor den Unwägbarkeiten manipulierbarer Wahlen umso intensiver. Was als mögliche Erklärung der seltsamen Ereignisse bei der letzten Bush-Wahl beginnt und vom Autor mit vielen Internet-Links in Fußnoten in der Realität verankert wird, bekommt einen starken Schub in Richtung Parallelwelt durch kleine Zufälle: Um zu verdeutlichen, dass eine absolute Absicherung von Computerdaten unmöglich ist, wird eine neue Partei gegründet, die exotisch genug sein soll, um keine Mehrheit zu bekommen: Die Gallionsfigur der Partei zur Wiedereinführung der Monarchie heißt zufällig König, und sowohl die Medien als auch die Wähler springen völlig unerwartet auf diese Konstellation an. Am Ende bleibt unklar, ob der Wahlerfolg auf diesen Hype oder die Manipulation der Wahlcomputer oder beides zurückzuführen ist. Die Fähigkeit des Autors, vielschichtige Charaktere zu erzeugen und eine temporeiche Geschichte zu erzählen, kommt in diesem Roman erneut voll zum Tragen. Das Absurde wird nachvollziehbar, das Unmögliche wird realistisch, und der Leser ist begeistert über die komisch-grotesken Auswüchse, die gezielten Seitenhiebe auf naive Politiker und mediengläubige Wähler, und nicht zuletzt eine spannungsreiche Hacker-Story. Die Bundesregierung hat inzwischen die Einführung der Wahlcomputer vertagt, Andreas Eschbach hat trotzdem seinen Roman beendet und veröffentlicht – und damit eine überzeugende Warnung erstellt, die auch in Zukunft noch gültig ist; und gleichzeitig ein mitreißendes Werk geschaffen, das man mit sehr viel Vergnügen liest. Die Mehrheit der deutschsprachigen SF-Schaffenden stimmt dafür, Andreas Eschbach für seinen Roman »Ein König für Deutschland« den Kurd Laßwitz Preis für den besten deutschsprachigen Science Fiction Roman des Jahres 2009 zu verleihen. |

