Kurd Laßwitz Preis - Titelzeile
Textfeld: 20102000AktuellÜbersicht200919992008199820071997200619962005199520041994200319932002199220011991KLP AbstimmungsverfahrenGeschichte des KLPKLP KategorienKLP StatutenKLP TreuhänderKontakt + Impressum19901989198819871986198519841983198219812007: Graphik2007: Hörspiel2007: Kurzgeschichte2007: Roman2007: Sonderpreis2007: Übersetzung2007: Ausländisches Werk2007 - Bester deutschsprachiger SF-Roman mit Erstausgabe von 2006
Textfeld: Herbert W. Franke, Auf der Spur des Engels, dtv

Laudatio:

Robin Landt ist Angestellter am Internationalen Gerichtshof, wo im Jahr 2228 nicht mehr Menschen über Schuld und Unschuld von Angeklagten entscheiden, sondern das neu entwickelte Computerprogramm »Platon« diese Aufgabe erfüllt. Als er vom Verschwinden seines alten Freundes Angelo erfährt, beginnt er mit Nachforschungen, die ihn bald seiner Illusionen über die automatisierte Gerechtigkeit in einer Welt berauben, in der weite Teile des privaten und öffentlichen Lebens kontrolliert und reglementiert werden. Robin findet sich durch Zufall schon bald im Zentrum einer globalen Verschwörung wieder und sieht dazu sein eigenes Leben bedroht.

Auf einer zweiten Handlungsebene schildert Herbert W. Franke mittels der Tagebuchaufzeichnungen des verschwundenen Agenten Angelo den Fortgang seiner letzten Mission: In einem abgeschiedenen Hotel in der Arktis findet eine Geheimkonferenz der Staatsoberhäupter der wichtigsten Nationen statt. Hier soll über eine Neuordnung der von globalen Konzernen beherrschten Welt verhandelt werden, denen die alten Nationalstaaten zunehmend ohnmächtig gegenüberstehen. Als Terroristen der inzwischen ebenfalls weltweit agierenden Mafia die Konferenz überfallen, um die Politiker zur Annahme eines Manifestes zur Neuordnung der Weltpolitik zu zwingen, strebt die Handlung ihrem Showdown zu.

Mit einer Mischung aus Thriller und Science Fiction erweist sich Herbert W. Franke wieder einmal als aufmerksamer und kundiger Beobachter aktueller wirtschaftlicher, politischer und technologischer Entwicklungen. In seinem gewohnt knappen und klaren Erzählstils thematisiert er in »Auf der Spur des Engels« besonders die Folgen und Auswüchse, aber auch die positiven Seiten des Globalisierungsprozesses – nicht mittels didaktisch erhobenen Zeigefinger, sondern anhand einer spannend geschilderten Geschichte. Dabei erscheint der Roman so überaus aktuell, dass man das Jahr der Handlung getrost auf 2028 datieren könnte.

Die Mehrheit der deutschsprachigen SF-Schaffenden stimmt dafür, Herbert W. Franke für seinen Roman »Auf der Spur des Engels« den Kurd Laßwitz Preis für den besten deutschsprachigen Science Fiction Roman des Jahres 2006 zu verleihen.

Cover zu:
Herbert W. Franke, Auf der Spur des Engels, dtv Foto von Herbert W. FrankeKLP Preisträger20122011