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Laudatio: Sechzehn Menschen bilden die Forschungsmannschaft auf dem Planeten Canea, dem einzigen bisher entdeckten belebten Planeten neben der Erde. Canea weist eine einzigartige Ökologie auf: eine Vielzahl von Pilzarten dominiert alle anderen Spezies, größere Tiere kommen auf dem Planeten nicht mehr vor. Rätselhaft für die irdischen Forscher ist besonders die Tatsache, dass die Hälfte aller Pilzarten genetisch denen auf der Erde entspricht. Sechs Jahre dauert der Aufenthalt auf Canea schon, und im Zusammenleben der Forscher, die aus einer streng hierarchischen Gesellschaft stammen, treten seit einiger Zeit Konflikte auf. Diese verschärfen sich, als zwei Besatzungsmitglieder spurlos verschwinden, und sich viele der Übriggebliebenen von der herrschenden Nobilität im Stich gelassen fühlen. Die Diskussionen, ob und wie man es wagen könnte, an höchster Stelle auf die eigenen Probleme aufmerksam zu machen, entladen sich schließlich in gewaltsamen Auseinandersetzungen. Am Ende der Geschichte finden die Rätsel des Planeten schließlich eine überraschende Lösung. Marcus Hammerschmitt machte schon in der Vergangenheit durch stilistisch anspruchsvolle und erstaunlich fantasievolle Erzählungen auf sich aufmerksam. Die vorliegende Geschichte besteht zu einem guten Teil aus Sitzungsprotokollen, und doch kommt auch hier eine enorme Spannung auf. Und so gelingt es ihm, seine sprachliche Meisterschaft bei der Schilderung der Sichtweisen der vielen einzelnen Protagonisten in eine überaus packende Geschichte münden zu lassen, deren Schluss zu überraschen weiß. Die Mehrheit der deutschsprachigen SF-Schaffenden stimmt deshalb dafür, Marcus Hammerschmitt für seine Erzählung »Canea Null« den Kurd Laßwitz Preis für die beste deutschsprachige Science Fiction Kurzgeschichte des Jahres 2006 zu verleihen. |

