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Laudatio: Wenn man ständig zwischen der chaotisch anmutenden Campuswelt von Oxford im Jahre 2058, der brandgefährlichen Bombardierungsnacht von Coventry im Jahre 1945 und der trügerisch langatmigen Idylle der Themseufer des Jahres 1888 hin und her springen muss – und das nur, um einen hässlichen Blumenständer aus der Kathedrale von Coventry in die Zukunft zu retten – dann wird man sicher ab und zu Konzentrationsprobleme bekommen wie Ned Henry, der Protagonist und genervte Zeitreisende aus Connie Willis Roman »Die Farben der Zeit«. Der Originaltitel »To Say Nothing of the Dog« verrät das Vorbild – Jerome K. Jeromes paradiesische Welt aus »Drei Mann in einem Boot« – für den Schauplatz des Jahres 1888, den die Autorin mit ihrer treffenden und humoristischen Schilderung von typischen Vertretern eines vergangenen Englands mit all ihren damaligen Problemen, Wohltätigkeitsbasaren, Vorurteilen und Klassenschranken ausfüllt und die Handlung so willkürlich mäandern und treiben lässt wie die damalige Themse und ihre Ruderboote. Die Mischung aus authentisch wirkendem Zeitgeist, viel augenzwinkerndem Humor, aber auch knallharte Zeitreiseparadoxa und verblüffende Wendungen der Handlung haben Leser und Kritiker begeistert, und auch die Mehrheit der deutschsprachigen SF-Schaffenden stimmt deshalb dafür, Connie Willis für ihren Roman »Die Farben der Zeit« den Kurd Laßwitz Preis für das beste ausländische Science Fiction Werk mit deutscher Erstveröffentlichung 2001 zu verleihen. |

